Ausgabe November 1998

Betr.: Wiedergutmachung

Konzerne, Banken und die Entschädigung der NS-Opfer

"Wir tragen die gemeinsame Verantwortung, am Ende dieses Jahrhunderts keine Anstrengung zur Durchsetzung der Wahrheit und Ausübung der Gerechtigkeit gescheut zu haben." Diese Aufgabe umriß Stuart Eizenstat, Vertreter der US-Regierung bei den internationalen Raubgoldverhandlungen, auf einem Treffen im März dieses Jahres. Zur Präzisierung seiner Vorstellung zählte er sieben Punkte auf, darunter die Verpflichtung aller Nationen, aufrichtig und vollständig ihre Vergangenheit zu überprüfen. Dabei betonte er die Bedeutung etlicher Untersuchungskommissionen weltweit, die sich zunächst mit NS-Raubgold auseinandersetzten, mittlerweile aber auch Kunstraub und andere Vermögensfragen untersuchen. Die Arbeit der Kommissionen schiebt notwendiges Handeln nicht auf, sondern unterstützt und ergänzt es. So findet Ende November in Washington ein Nachfolgetreffen zur Londoner Raubgoldkonterenz 1) vom Dezember letzten Jahres statt, bei dem vor allem die Geschäftspolitik der Versicherungen und die Restitution von geraubtem Kulturgut eine Rolle spielen werden.

November 1998

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema