Zum ersten Mal hat die internationale Klimakonferenz - die fünfte in der Reihe der sogenannten "Vertragsstaatenkonferenzen" (COP-5) - in Bonn stattgefunden, das seit dem Jahre 1996 Sitz des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC) ist: In der letzten Oktober- und der ersten Novemberwoche besuchten rund 5 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz die ehemalige Hauptstadt. 166 Regierungsdelegationen, dazu Vertreter von internationalen Organisationen, von Umweltschutz- und Wirtschaftsverbänden sowie anderen Nicht-Regierungsorganisationen sollten einige der Ziele erreichen, die im letzten Jahr bei der 4. Vertragsstaatenkonferenz in Buenos Aires anvisiert worden waren. Zu diesen Zielen gehörten: - die von den Industrieländern erstellten "Inventare" der Emissionen von Treibhausgasen zu analysieren, - Maßnahmen zum Aufbau personeller und institutioneller Kapazitäten zur Erstellung derartiger Inventare für die Entwicklungsländer zu verabschieden, - den Transfer sauberer Technologien von den Industrie- in die Entwicklungsländer zu beschleunigen, sowie vor allem - die Instrumente und "Mechanismen" genauer auszugestalten, mit denen die Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen erreicht werden sollen; sie waren 1997 bei der 3. Vertragsstaatenkonferenz in Kyoto im sogenannten " Kyoto-Protokoll" verabschiedet worden.
In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.