Ausgabe Oktober 1999

Nah bei den Menschen. Thesen des nordrhein-westfälischen CDU-Vorsitzenden Jürgen Rüttgers (Wortlaut)

 Im August 1999 legte Jürgen Rüttgers, Landesvorsitzender der CDU in Nordrhein-Westfalen, Thesen zur Bildungs- und Familienpolitik vor. Mit der Verteidigung der sozialen Marktwirtschaft ("Sie hat die Brücken gebaut zwischen Kapitalismus und Sozialismus..."), dem Eintreten für die Gesamtschule und dem Appell an seine Partei, die Verschiedenheit familiärer Lebensformen zu akzeptieren, präsentiert sich Rüttgers - im Vorfeld der am 12. September durchgeführten Kommunalwahlen und mit Blick auf die am 14. Mai 2000 stattfindenden Landtagswahlen - als christdemokratischer Modernisierer und "Wahrer sozialdemokratischer Errungenschaften" (FAZ). - D. Red.

Soviel Umzug war nie. Während Akten und Möbel auf dem Weg von Bonn nach Berlin sind - die Politiker kommen nach -, hat eine Standortdebatte eigener Art begonnen. Da wird nicht nur diskutiert, ob der Bonner die Berliner Republik folgt. Auch die Parteien diskutieren über ihren Standpunkt. SPD-Kanzler Schröder versucht seine zweite, dritte oder vierte selbstausgerufene Chance zu nutzen, endlich ordentlich zu regieren. Derweil streiten Modernisten und Traditionalisten in der SPD über eine neue Standortbestimmung.

Das Schröder/Blair-Papier hat das sozialdemokratische Koordinatensystem gründlich durcheinander gebracht.

Oktober 1999

Sie haben etwa 12% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 88% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Flucht vor der Verantwortung: Lieferkettengesetze am Ende?

von Merle Groneweg

Der 11. September erinnert nicht nur an den Einsturz des World Trade Centers in New York, sondern auch an eine der schwersten Katastrophen in der Textilindustrie: den Brand in der Fabrik Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan.

Ohne EU-Mindestlohn kein soziales Europa

von Roland Erne

Nach Jahren antisozialer Politik infolge der Finanzkrise von 2008 standen soziale Fragen in der vergangenen Legislatur der EU wieder weiter oben auf der Agenda. Zwischen 2022 und 2024 verabschiedeten das EU-Parlament und der Rat seit langem wieder mehrere soziale EU-Gesetze, darunter die Richtlinie über „angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union“.