Ausgabe Oktober 1999

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik des Monats August 1999

1.8. - G e o r g i e n / U S A. Der amerikanische Verteidigungsminister Cohen erklärt nach einem Gespräch mit Präsident Schewardnadse und Verteidigungsminister Tewsadse in Tiflis: "Die Tür der NATO ist für Georgien offen. Aber das ist eine Frage der Zukunft." Über einen Antrag auf NATO-Mitgliedschaft müsse allein Georgien entscheiden.

Kolumne

Schlechter Rat ist teuer

Diejenigen, die an der Macht von Ideen zweifeln, werden durch den vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), der weltweit größten Behörde für multilaterale Entwicklungszusammenarbeit, herausgegebenen neuen Bericht über die ehemalige Sowjetunion und Osteuropa eines Besseren belehrt.

Analysen und Alternativen

Auf dem Unsäglichkeitsberg

Was Martin Walser vor einem Jahr mit seiner "Sonntagsrede" in der Frankfurter Paulskirche auslöste, welche Wirkungen sein mit stehendem Applaus bedachter Antrag auf deutsche Normalität ohne "die unaufhörliche Präsentation unserer Schande" nach sich gezogen hat, darauf wurde, wer es seinerzeit nicht realisiert oder schon vergessen hatte, durch d

Wen interessiert schon Osttimor

Wenn man einmal von ein paar Zeitungskommentaren absieht, deren Ton infolge ihrer selbstbewußten Folgenlosigkeit ziemlich schrill sein konnte und die zu friedenspolitischen Einsätzen aufriefen, herrscht in bezug auf Osttimor in den Ländern, deren Führungen sie gerne als Teil der Internationalen Staatengemeinschaft betrachtet sehen wollen, ein Gemisch aus Ratlosi

Die neuen Barbaren

Das letzte Jahrzehnt vor der Jahrtausendwende begann als eine Zeit der Hoffnung. Millionen Menschen waren von dem Traum einer neuen Epoche gefesselt. Der Sieg des Westen über den Osten erschien als Triumph von Freiheit und Unternehmungsgeist. Niemand aus dem Osten beklagte die Niederlage im "Kalten Krieg", lag der Wohlstand doch in greifbarer Nähe.

Kommentare

Ein totes Land

Als in den ersten Prognosen nach der Saarlandwahl Reinhart Klimmt leicht vorne lag, da waren sich die flinken Kommentatoren und Meinungsforscher einig, daß sich der "Anti-Schröder-Kurs" des Ministerpräsidenten ausgezahlt habe. Später am Abend hieß es dann, er habe sich nicht ausgezahlt - so einen Unterschied machen 6 000 Stimmen.

Shareholder Partei Deutschlands

Jan Ross hat jüngst in der "Zeit" (29.8.1999) Schröders Wirkung einigermaßen beeindruckt als mutiges Aufräumprogramm beschrieben und dem Kanzler eine erstaunliche destruktive Potenz attestiert.

Westerwelles Milieu

Eigentlich müßte die FDP längst die Partei der ersten Wahl sein. Seit Jahren nun schon beklagen Kommentatoren in Zeitungen und Fernsehmagazinen die Verkrustung der Gesellschaft, mahnen wieder und wieder die grundlegende Reform der veralteten Strukturen an. Ebenso wie die Freien Demokraten. Doch hat es der Partei nichts genutzt.

Entschädigungspoker

Erinnern wir uns: Der Durchbruch schien geschafft. Zwölf deutsche Unternehmen erklärten sich im Februar dieses Jahres bereit, eine Stiftung zur Entschädigung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern einzurichten.

Jihad in Dagestan

Wie sich die Bilder gleichen: Da stoßen "islamische Rebellen" aus Stützpunkten in Ländern, die zu Auffanggebieten für internationale Terroristen geworden sind, über unwegsame, unkontrollierte Grenzregionen in Nachbarländer vor, besetzen dort Dörfer und schaffen sich eine Basis für weitere Aktionen.

Türkei: Der erschütterte Leviathan

"Der türkische Staat hat versagt!" Selten waren sich die Kommentatoren der deutschen und der türkischen Presse so einig wie nach dem schweren Erdbeben, das in der Nacht zum 17. August 1999 die im Westen der Türkei gelegene Region um das Marmarameer erschüttert hatte.

Der Libanon-Deal

Am 10. September 2000 soll der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern endgültig beendet sein. So will es das beiderseitige Abkommen, das Israels Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenser-Präsident Yassir Arafat am 4. September 1999 im ägyptischen Scharm el Scheich unterzeichneten.

Umweltinformation

Warum ist das Biosafety-Protokoll wichtig?

Gentechnik wird auf drei Ebenen heiß und kontrovers diskutiert: auf der wissenschaftlichen, der ökonomischen und auf der gesetzlichen. Auf allen dreien bestehen noch viele offene Fragen und auf keiner gibt es bisher einen Konsens. Wissen und Macht wird parteiisch eingesetzt, um die eigenen Hypothesen, Prognosen und Interessen zu verwirklichen.

Dokumente zum Zeitgeschehen

Kurs halten statt Neoliberalismus.

Ende August traten die SPD-Abgeordneten Klaus Barthel, Uwe Hiksch, Edelbert Richter, René Röspel, Ernst Dieter Rossmann, Sigrid SkarpelisSperk, Rüdiger Veit und Klaus Wiesehügel mit einer Stellungnahme zum Kurs ihrer Partei an die Öffentlichkeit.

Beschäftigungspolitik statt Sparbesessenheit.

Über viele Jahre hat die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik Gegengutachten zur Politik der früheren Bundesregierung sowie der einschlägig bekannten Expertengremien vorgelegt.