Ausgabe Juli 2000

Big Brother, die zweite

Wie in den "Blättern" 4/00 nachzulesen, hatte ich geglaubt, dem neuen Sendeformat eine gewisse Faszination bescheinigen zu können. Abgesehen von allen Einschränkungen angesichts eines Veranstalters, der ausschließlich auf die Einschaltquote blickt, könnte das Ganze, so schien es, eine "authentische Färbung" haben. Doch das war offenbar nicht intendiert: Je weiter sich "Big Brother" scheinbar aus sich selbst heraus entwickelte, um so deutlicher wurden die Eingriffe durch eine Regie, die das Geschehen auf mehreren Ebenen lenkte: Die "Doku Soap" hatte sehr wohl einen Regisseur, der, vermutlich vermittelt durch den "Psychologen", der die Containerbewohner regelmäßig "betreute", massiv intervenierte.

Als Wendepunkt ist wohl der Moment zu bezeichnen, an dem die dralle Sabrina ins Spiel gebracht wurde. Ihr Eintritt in die Gruppe sollte wohl etwas Sex ins Geschehen bringen, was aber an der unerschütterlichen Keuschheit von Jürgen scheiterte. Wichtiger noch war wohl für die Macher, daß sie die gruppendynamischen Prozesse wie eine Dampfwalze plattmachte.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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