Ausgabe Juni 2000

Schröders Kalter Krieg

"La guerra fredda di Schröder". Das ist italienisch - aber für uns ist es ein böhmisches Dorf. "Schröders kalter Krieg" überschrieb der italienische " Manifesto" einen Artikel, der sich mit angeblichen "Opfern des Kalten Krieges" in Westdeutschland beschäftigt. Der Bremer Rechtsanwalt Heinrich Hannover hatte den Bundeskanzler aufgefordert, diese doch meist irgendwie kommunistischen "Opfer zu rehabilitieren und zu entschädigen". Und nun regt sich der Publizist Erich Kuby, der bereits vor vielen Jahren aus Deutschland nach Italien emigriert ist, in seiner Medienkolumne für die Berliner Ost-West-Wochenzeitung "Freitag" darüber auf, daß er über einen versuchten Briefwechsel des Bremer Rechtsanwalts mit dem Bundeskanzler zwar aus der italienischen Presse erfahren, nichts aber in den deutschen Zeitungen gelesen habe. *) Und wenn, was soll daran befremdlich sein?

Hannover hat in seinem Brief an den Bundeskanzler einen völlig unangebrachten Ton angeschlagen. "Werter Gerhard Schröder, schrieb er da, "ich denke, Du wirst Dich an mich aus gemeinsamer" - gemeinsamer! - "Verteidigertätigkeit in politischen Strafsachen und auch sonst erinnern".

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Aktuelle Ausgabe Mai 2020

In der Mai-Ausgabe analysiert der Historiker Adam Tooze das radikal Neue der Coronakrise, deren ökonomische Folgen uns noch auf Jahrzehnte beschäftigen werden. Die Politikwissenschaftler Kurt M. Campbell und Rush Doshi zeigen, wie sich China im Kampf gegen die Pandemie als neue globale Führungsmacht positioniert – vor allem gegen die USA. Der Historiker Yuval Noah Harari mahnt, dass wir Herausforderungen wie Covid-19 nur in globaler Kooperation bewältigen können. „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke erörtert, wie sich die Demokratie gegen den Ausnahmezustand bewähren kann – und muss. Und Simone Schlindwein, Ellen Ehmke, Jessé Souza sowie Franziska Fluhr widmen sich den Folgen der Coronakrise für den globalen Süden.

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