Ausgabe Oktober 2000

Grüner Strom

Seit Ende April 1998, mit dem Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes, herrscht auf dem Strommarkt im Prinzip der freie Wettbewerb. 1) Der Zugang zum Stromnetz ist - wiederum im Prinzip - für Anbieter und Verbraucher offen. Ähnlich wie bei der Liberalisierung der Telekommunikation entstand nach einer kurzen Phase relativer Ruhe ein heiß umkämpfter Markt mit einem nur schwer durchschaubaren Wirrwarr der unterschiedlichsten Tarife. Dabei lassen sich zwei Typen von Strom-Angeboten unterscheiden: - Angebote, die ausschließlich oder ganz überwiegend damit werben, dass der Strom hier besonders preiswert sei; manchmal wird in den entsprechenden Kampagnen noch die Zuverlässigkeit und Beständigkeit des Anbieters herausgestellt. 

Angebote, die auf die Herstellungsweise des Stroms oder auf die regionale Verankerung des Anbieters abheben. "Grüner Strom" soll aus regenerativen Energiequellen erzeugt werden, bei der regionalen Verankerung wird entweder "nur" das Argument der Erhaltung von Arbeitsplätzen beim regionalen Energieversorgungsunternehmen (EVU) betont oder, in einer weiter gehenden Variante, die Umsetzung eines regionalen Energieversorgungskonzeptes angestrebt und versprochen, dass der eingekaufte Strom auch in der Region erzeugt wird.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.