Ausgabe Oktober 2000

Grüner Strom

Seit Ende April 1998, mit dem Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes, herrscht auf dem Strommarkt im Prinzip der freie Wettbewerb. 1) Der Zugang zum Stromnetz ist - wiederum im Prinzip - für Anbieter und Verbraucher offen. Ähnlich wie bei der Liberalisierung der Telekommunikation entstand nach einer kurzen Phase relativer Ruhe ein heiß umkämpfter Markt mit einem nur schwer durchschaubaren Wirrwarr der unterschiedlichsten Tarife. Dabei lassen sich zwei Typen von Strom-Angeboten unterscheiden: - Angebote, die ausschließlich oder ganz überwiegend damit werben, dass der Strom hier besonders preiswert sei; manchmal wird in den entsprechenden Kampagnen noch die Zuverlässigkeit und Beständigkeit des Anbieters herausgestellt. 

Angebote, die auf die Herstellungsweise des Stroms oder auf die regionale Verankerung des Anbieters abheben. "Grüner Strom" soll aus regenerativen Energiequellen erzeugt werden, bei der regionalen Verankerung wird entweder "nur" das Argument der Erhaltung von Arbeitsplätzen beim regionalen Energieversorgungsunternehmen (EVU) betont oder, in einer weiter gehenden Variante, die Umsetzung eines regionalen Energieversorgungskonzeptes angestrebt und versprochen, dass der eingekaufte Strom auch in der Region erzeugt wird.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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