Ausgabe Februar 2001

Back to the roots

Wenn Grüne von "unglaublichen Chancen" (Fritz Kuhn) reden, ist Vorsicht geboten. Erinnert sei bloß an jene "Jahrhundertchance", die Christian Stroebele 1989 in der heute längst vergessenen rotgrünen Koalition von Berlin sehen wollte. Dennoch: Die Einrichtung des neuen Verbraucherministeriums ist eine Chance - für die Umwelt wie für die Grünen.

Der BSE-GAU

"BSE - das ist der GAU der industriellen Landwirtschaft". Dramatischer als mit diesem Satz der unglücklichen Andrea Fischer läßt sich die Bedeutung der Rinderseuche nicht in Worte fassen, sieht man einmal von der ungewollten Verharmlosung ab, die noch in der Bezeichnung als Unfall steckt. Jener 24. November - BSE-positiv bei einem deutschen Rind - erinnert schon jetzt an den Einschnitt, für den der Name Tschernobyl steht. Erst die Reaktorkatastrophe brachte einer breiten Öffentlichkeit die unwägbaren Gefahren der Atomkraft in ihrem ganzen Ausmaß ins Bewußtsein. Tschernobyl wurde zum Inbegriff der "Risikogesellschaft". Bezeichnenderweise spielte das Thema Ernährung in Ulrich Becks Klassiker von 1986 keine zentrale Rolle. Doch mit BSE dringt die ökologische Gefährdung in ganz neuer Weise in die Lebenswelt ein.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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von Albrecht von Lucke

Eigentlich hätte es ein perfekter Start ins neue Jahr für die Grünen sein können: Mit präsidialer Begleitung und stolz geschwellter Brust feierte die Partei ihren 40. Geburtstag und wurde im Hochgefühl ihrer starken Umfrageergebnisse prompt zur neuen Kanzlerschaftsfavoritin geadelt: „Wer besiegt Robert Habeck?“, fragt scheinbar voller Sorgen „Die Welt“.