Ausgabe Januar 2001

Eine russische Enklave in der EU

Kaliningrad als Versuchsfeld regionaler Kooperation

Dichte und Vielfalt von Präsenz und Aktivitäten Rußlands in den europäischen Strukturen demonstrieren: Die Beziehungen sind längst von der abstrakten Ebene - "Gehört Rußland zu Europa?" zu konkreten Formen der Interaktion übergegangen. Ausdruck dafür ist eine Kaskade rußlandbezogener Verträge und Dokumente der EU, darunter der 1997 in Kraft getretene Vertrag über Partnerschaft und Kooperation, das darauf basierende politische Dokument "Gemeinsame Strategie der EU für Rußland", verabschiedet auf dem Kölner EU-Gipfel vom Juni 1999, schließlich das von Finnland auf den Weg gebrachte EU-Projekt "Nördliche Dimension". Operationalisiert wird die mit der "Gemeinsamen Strategie" verzahnte "Nördliche Dimension" durch den im Juni verabschiedeten "Aktionsplan" für die Jahre 2000 bis 2003. Zu Recht findet in der Rußland-Strategie der EU das Problem Kaliningrad wachsende Aufmerksamkeit. Als zukünftige Enklave innerhalb einer erweiterten Union gerät das 926 000 Einwohner zählende Gebiet, eines der 89 "Subjekte" der Russischen Föderation, wirtschaftlich und politisch in eine schwierige Lage, die es innerhalb seines internationalen Umfelds zunehmend zu einem Fremdkörper werden läßt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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