Ausgabe Juli 2001

Hypermacht und Unilateralismus

Außenpolitik unter George W. Bush

Für die amerikanische Außenpolitik veränderten sich innerhalb von wenigen Wochen die Machtverhältnisse und damit auch die Wahrnehmung über die Rolle der USA in den internationalen Beziehungen. Die Bilanz nach 100 Tagen Außenpolitik unter George W. Bush gab noch vielfach Anlaß für die Sorge, die US-Außenpolitik könnte in eine gefährliche Sackgasse führen. Die Hypermacht, die keine Rücksicht auf die Interessen anderer nehme und Verbündete wie Gegner rücksichtslos vor den Kopf stoße, provoziere am Ende Konflikte, die zu Wettrüsten und Kriegsgefahr führten. Doch seit kurz darauf Senator James M. Jeffords den Republikanern den Rücken kehrte und damit das gesamte Machtgefüge in den USA in Bewegung brachte, ist von der unbeschränkten Handlungsfreiheit der Regierung Bush keine Rede mehr. Das politische System der USA beschränkt sich selbst; in wichtigen Fragen wird die Bush-Administration keine Mehrheit für ihre Projekte mehr finden. Der ultrakonservative William J. Bennett brachte das auf den Punkt: Der Honeymoon ist vorbei, wenn das lachende Gesicht in der Tür Tom Daschle gehört. Der nämlich ist neuer Mehrheitsführer im Senat und Demokrat. Bush muß nun also Kompromisse schließen.

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In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

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