Ausgabe Juli 2001

Ich erklär dir, was Pubertät ist.

Fernseh-Serien haben den Ruf, seicht, klischeehaft und in der Regel von einem konservativen Weltbild geprägt zu sein. Die Frage ist, ob dies für das Format insgesamt zutrifft: Sind Serien als solche notwendigerweise im besten Fall harmlose Unterhaltung, in der Regel aber wesentliche Mit-Urheber jenes "Verdummungseffekts", den manche dem Fernsehen insgesamt zuschreiben? "Aufklärerische", dem Bildungsideal des öffentlich-rechtlichen Mediensystems verpflichtete Serien bezahlen solche Abweichungen oft mit Langeweile und Lehrhaftigkeit. Es scheint auch anders zu gehen, und selbst im Rahmen des jetzt boomenden Genres der "Doku-Soap", für die Big Brother das abschreckendste Beispiel ist, gibt es offenbar alternative Gestaltungsmöglichkeiten.

"Von Jungs, Kaninchen und dem Rest der Welt", so der Untertitel der sechsteiligen Serie. Die Schiller-Gang, die der WDR in diesen Wochen jeden Sonntag abend um 22.30 Uhr ausstrahlt. Sie enthält Szenen, Gespräche, Momente aus dem Leben einer Gruppe von Mädchen, in voller Metamorphose vom Kind zur Frau. Wir lernen nach und nach ein Ensemble von Figuren kennen, die verschiedene Temperamente, Erfahrungen und Bedürfnisse haben. Es gibt Gespräche, in denen altersaktuelle "Themen " abgehandelt werden: Pubertät, Flirten, Berufsbilder, Kinderkriegen, Tod, Politik und Geschichte.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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