Ausgabe Juni 2001

Der Neubeginn deutscher Friedensforschung

Im Koalitionsabkommen der rot-grünen Bundesregierung vom 20. Oktober 1998 heißt es: "Die neue Bundesregierung setzt sich für den Aufbau einer Infrastruktur zur Krisenprävention und zivilen Konfliktbearbeitung ein. Hierzu gehört neben der finanziellen Förderung der Friedens- und Konfliktforschung und der Vernetzung bestehender Initiativen die Verbesserung der [...] Voraussetzungen für die Ausbildung und den Einsatz von Friedensfachkräften und -diensten." Diese Formulierung verdient eine genauere Betrachtung. Die Regierung sagt nicht einfach: "Die Friedens- und Konfliktforschung wird erneut gefördert." In den Vordergrund stellt sie vielmehr den "Aufbau einer Infrastruktur zur Krisenprävention und zivilen Konfliktbearbeitung" und zu dieser rechnet sie die Friedens- und Konfliktforschung, "neben" anderem.

Dies besagt zweierlei: Inhaltlich soll die neu geförderte Forschungsrichtung in pragmatischer Weise der Krisenprävention und der Bearbeitung von Konflikten mit nichtmilitärischen Mitteln dienen, was sie in der Wahl ihrer Themen einschränkt. Zweitens ist diese neue Friedens- und Konfliktforschung eingebettet in Kooperationsbeziehungen spezifischer Art. Sie soll nicht ohne Adressaten ihrer Arbeitsergebnisse tätig werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) präzisiert in einem Schreiben vom 19.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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