Die grüne Gentechnik befindet sich in Europa seit einigen Jahren in einer tiefgreifenden Akzeptanzkrise. Gentechnisch veränderte Pflanzenprodukte und Lebensmittel werden von den Verbrauchern nicht zuletzt unter dem Eindruck von Lebensmittelskandalen und BSE in seltener Einmütigkeit abgelehnt. 1) Gleichwohl hat in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die kommerzielle Nutzung und Vermarktung vor allem transgener Pflanzenprodukte begonnen, auf die sich die folgenden Ausführungen konzentrieren. Der kommerzielle Anbau transgener Nutzpflanzen begann 1996; seither ist ein erheblicher jährlicher Zuwachs der weltweiten Anbauflächen für derartige Pflanzen zu beobachten. In 2000 entstammten 36% der weltweiten Soja-Ernte, 16% der Baumwoll-Ernte, 11% der Raps-Ernte und 7% der Mais-Ernte aus gentechnisch verändertem Anbau. Die gesamte Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen, zu denen auch Kartoffeln, Kürbis und Papaya zählen, betrug im selben Jahr weltweit ca. 44 Mio. ha - zum Vergleich: Die Gesamtfläche Deutschlands beläuft sich auf 35 Mio. ha. Der Anbau konzentriert sich auf die Vereinigten Staaten (mit 68% der Anbaufläche), Argentinien (23%) und Kanada (7%). In Europa werden dagegen gentechnisch veränderte Pflanzen bislang nur zu Forschungsund Versuchszwecken angebaut.
Es hätte ein Durchbruch werden können – für Umwelt und Nachhaltigkeit, aber auch für die Entbürokratisierung, der sich Regierungen und Parteien so gerne verschreiben. Doch was nun zum 12. August im EU-Gebiet Gesetzeskraft erhält, erreicht weder das eine noch das andere.