Die grüne Gentechnik befindet sich in Europa seit einigen Jahren in einer tiefgreifenden Akzeptanzkrise. Gentechnisch veränderte Pflanzenprodukte und Lebensmittel werden von den Verbrauchern nicht zuletzt unter dem Eindruck von Lebensmittelskandalen und BSE in seltener Einmütigkeit abgelehnt. 1) Gleichwohl hat in der zweiten Hälfte der 90er Jahre die kommerzielle Nutzung und Vermarktung vor allem transgener Pflanzenprodukte begonnen, auf die sich die folgenden Ausführungen konzentrieren. Der kommerzielle Anbau transgener Nutzpflanzen begann 1996; seither ist ein erheblicher jährlicher Zuwachs der weltweiten Anbauflächen für derartige Pflanzen zu beobachten. In 2000 entstammten 36% der weltweiten Soja-Ernte, 16% der Baumwoll-Ernte, 11% der Raps-Ernte und 7% der Mais-Ernte aus gentechnisch verändertem Anbau. Die gesamte Anbaufläche für gentechnisch veränderte Pflanzen, zu denen auch Kartoffeln, Kürbis und Papaya zählen, betrug im selben Jahr weltweit ca. 44 Mio. ha - zum Vergleich: Die Gesamtfläche Deutschlands beläuft sich auf 35 Mio. ha. Der Anbau konzentriert sich auf die Vereinigten Staaten (mit 68% der Anbaufläche), Argentinien (23%) und Kanada (7%). In Europa werden dagegen gentechnisch veränderte Pflanzen bislang nur zu Forschungsund Versuchszwecken angebaut.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.