Ausgabe September 2001

Ökonomische Anreize in der Umweltpolitik

Plädoyer für einen Policy-Mix aus Ökosteuern, Subventionsabbau und Emissionshandel

Bei der ökologischen Modernisierung unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems kommt der Ökologischen Steuerreform eine Schlüsselrolle zu. In Umwelt- und Wissenschaftskreisen wurde sie von Anfang an positiv begleitet. Mittlerweile ist sie jedoch unter öffentlichen und politischen Druck geraten, ihre Fortsetzung scheint in den Augen vieler Beobachter die Wahlchancen der Regierungskoalition zu gefährden. Ihre Zukunft ist sowohl im Grundsatz als auch in der Ausgestaltung substanziell gefährdet. Selbst ehemalige Befürworter fassen sie vielfach nur noch mit spitzen Fingern an. Die Suche nach Alternativen und Ausstiegsszenarien hat begonnen. In der politischen wie der akademischen Debatte ist ein Paradoxon zu beobachten: Es herrscht weitgehendes Einvernehmen über die Ziele der Ökologischen Steuerreform, auch die ersten Erfolge in Form von Lenkungseffekten werden kaum mehr in Abrede gestellt; bislang ziehen aber nur wenige konsequent den Schluss, die Verlagerung der Abgabenlast vom Faktor Arbeit auf den Faktor Energie fortzusetzen und vorhandene Defizite in der jetzigen Ausgestaltung zu beseitigen.

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Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

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