Ausgabe April 2002

Afrika sucht seine Strategie

Die deutsche Entwicklungs- und Afrikapolitik entschlummerte zu Beginn der rot-grünen Regierungskoalition zumindest hinsichtlich eines öffentlichen Diskurses sanft - sehr zum Unmut jener, die sich vom grünen Element der neuen Allianz gerade auch in diesen Bereichen Alternativen versprochen hatten. Immerhin sind die Führungsetagen sowohl im Entwicklungs- wie dem Außenministerium mittlerweile auch von ehemaligen Aktivisten einer Dritte-Welt-Bewegung okkupiert, die sich während der 70er und 80er Jahre für internationale Solidarität engagiert hatten. 1)

Inzwischen scheint die deutsche Afrika-Politik aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst worden zu sein. Es wäre zu viel der Ehre, dies alleine einem im Oktober 2000 von sechs einschlägig zu Afrika arbeitenden Wissenschaftlern verbreiteten und in der Folge kontrovers diskutierten Afrika-Memorandum anrechnen zu wollen, wenngleich dieses neuen Schwung in die Auseinandersetzungen brachte und für vielfältige Resonanz sorgte. 2) So wird in jüngerer Zeit in einem Ausmaß die politische Debatte geführt, das in einer aktuellen Zusammenschau als "eine kleine Renaissance" gewürdigt wird.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema