Ausgabe Dezember 2002

Kuba in Afrika

Im Rahmen der afrikanischen Tragödien gab es im April 2002 einen Lichtblick, als Angolas Zentralregierung mit der längst zu einer marodierenden Soldateska verkommenen UNITA einen Waffenstillstand unterzeichnete. Wenige Wochen zuvor war deren Chef Jonas Savimbi in einem seiner letzten Schlupfwinkel aufgestöbert und erschossen worden. Savimbis Traum bestand darin, Angola der westlichen Allianz einzugliedern. Im Kontext des damaligen Kalten Kriegs brachte ihm dies die Unterstützung des Apartheid-Regimes in Südafrika und der Vereinigten Staaten ein. Fast hätte er sein Ziel im November 1975 erreicht – wären die Kubaner nicht dazwischengefahren.

Da war doch was?! Aber in Afrika will man sich daran nicht erinnern. So kommt der neueste Band von Piero Gleijeses1 höchst gelegen, um an ein verschüttetes Kapitel afro-kubanischer Politik zu erinnern. Das Buch kann manche blinde Flecken der kubanischen Afrika-Politik erhellen, der einstigen großen Außenpolitik eines kleinen Staates, heute schon wieder fast vergessen. Deswegen auch die Einwilligung des offiziellen Kuba zur Archivbenützung und zu ausführlichen Gesprächen mit 84 hochrangigen, in Afrika eingesetzten Kommandeuren. Jetzt, wo nur noch touristische Devisendollar zählen, soll die heroische Vergangenheit, auf die insbesondere die Offiziere stolz sind, dokumentiert werden.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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