Ausgabe Februar 2002

Irak vor dem Krieg?

Die Anschläge am 11. September veränderten zwar die Verhältnisse im Mittleren Osten, brachten aber keineswegs einen Konsens zwischen den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats und interessierten Staaten in der Region über die weitere Vorgehensweise gegenüber dem Irak mit sich. Die Debatte entbrannte auch in den USA. Politiker, die ohnehin einen härtere militärische Gangart gegenüber dem Irak einschlagen wollen, sehen im "Krieg gegen den Terrorismus" eine gute Gelegenheit, Projekte eines gewaltsamen Regimewechsels im Irak voranzutreiben. Für die Politiker hingegen, die militärischen Maßnahmen eher zögerlich gegenüberstehen, bietet das neue politische Klima die Möglichkeit, einen weiteren Versuch zur Änderung der Sanktionspolitik zu unternehmen. Zwischenzeitlich gibt die Verlängerung des "Öl-für-Nahrung"-Programms 1) den USA eine Atempause zur Beilegung der Streitigkeiten über zukünftige Militäreinsätze innerhalb der Administration, ohne daß sie ihre arabischen Koalitionspartner sofort herausfordern müßten.

Die US-Falken

Seit dem 11. September liegt das Land ständig im Visier der US-Falken, vor allem derjenigen, die sich seit 1991 über den "nicht erledigten Job" im Irak ärgern.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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