Ausgabe Juni 2002

Mehr Walser wagen!

Gerhard Schröder trifft Martin Walser. Die Themen: "Über ein Geschichtsgefühl" (Martin Walser) zu "Nation. Patriotismus. Demokratische Kultur" (Gerhard Schröder). Das Datum: der 8. Mai. Ort: Willy-Brandt-Haus. Welch ein Paukenschlag! Was nur hat die SPD geritten, sich ausgerechnet am Tag der Kapitulation mit dem Provokateur der Paulskirche, dem Verfechter deutscher Innerlichkeit, dem Romantiker vom Bodensee zu schmücken? Aber, diese Veranstaltung war nicht ohne Vorlauf. Sie steht im Kontext einer kulturpolitischen Offensive der Sozialdemokraten. Schon seit geraumer Zeit hat eine neue Leitkultur Einzug gehalten in die Berliner Republik: die Kultur des Vorlesens. Gemeint sind jedoch nicht jene berlintypischen Vorlesebühnen mit so skurrilen Namen wie "Allee der Kosmonauten" oder "Reformbühne Heim und Welt". Ebenso wenig geht es um die ehrwürdigen literarischen Salons von Britta Gansebohm bis Nicolaus Sombart. Hier ist vom Vorlesen als Staatssache die Rede. Der Kanzler lässt lesen. Und das nicht zu knapp. Am liebsten in der Sky-Lobby des neuen Kanzleramts. Zuerst machten ihm Günter Grass und Christa Wolf die Aufwartung; es folgten die 68er Peter Schneider und Hans Christoph Buch.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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