„Donc, je crois qu’ils ont manqué une bonne occasion de se taire“ – sie hätten eine gute Gelegenheit verpasst zu schweigen, haben sich die Regierungen Estlands, Lettlands und Litauens vom französischen Präsidenten Chirac bescheinigen lassen müssen. Die Erklärung vom 5. Februar, in der die Regierungen der so genannten Vilnius-Gruppe – Albanien, Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Mazedonien, Rumänien, Slowakei und Slowenien – ihre Solidarität mit der Irak-Politik der US-Regierung und implizit ihre Kritik an der Europäischen Union formulierten, kommt nicht überraschend. Eine Erklärung des litauischen Außenministeriums vom 30. Januar, eine Erklärung der lettischen Außenministerin vom 31. Januar und die estnische Unterstützung der im Aufruf acht europäischer Staats- und Regierungschefs vom 30. Januar angesprochenen Ideen und Werte erlauben keinen Zweifel daran, dass den baltischen Regierungen auch nach der Einladung in NATO und EU die Allianz und die bilateralen Beziehungen mit den USA wichtiger sind als die Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.
Gegründet einst zur Lehrerfortbildung, hat sich das Goethe-Institut inzwischen längst von der anfänglichen politischen Engführung emanzipiert. Nun allerdings droht der Kultur in Zeiten neuer Machtpolitik als global wirksamer »Soft Power« eine nationalistische Wende.