Ausgabe Februar 2003

CDU nach Bayern!

Nach der Niederlage der politischen Arbeitsgemeinschaft CDU/CSU bei der Bundestagswahl 2002 ist das Wort Strategie zum Schicksals- und Schlüsselbegriff für die Zukunft der Konservativen geworden. Doch die Parteiengemeinschaft, die Deutschland jahrzehntelangpolitisch geführt und die Bundesrepublik mit sozialer Marktwirtschaft und bedingungsloser Westbindung bis ins gesellschaftliche Mark geprägt hat, freut sich nun schon darüber, wieder mit der SPD auf Augenhöhe verhandeln zu können. Damit geben die Konservativen den Anspruch auf eine strukturelle Mehrheitsfähigkeit jedoch implizit auf.

Dabei steht die CDU nach der zweiten verlorenen Bundestagswahl in Folge vor einem Scherbenhaufen ihrer Politik, den sie nun zu beseitigen hat. Keine leichte Aufgabe: Die Konservativen müssen sich für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts neu erfinden. Ohne eine durchdachte Strategie, die alles Bisherige auf den Prüfstand stellt und auf seine Sinnhaftigkeit für die Zukunft abklopft, wird das nicht möglich sein. Die anstehende Überprüfung muss vorurteilsfrei geschehen, damit sie tragfähige Resultate hervorbringen kann. Eine Neubewertung der Arbeitsteilung mit der CSU gehört zwingend dazu.

Die bayerische Schwesterpartei kann im Gegensatz zur CDU vor Kraft kaum noch laufen. Daher versucht die CSU alles, um eine tiefer gehende Debatte bei den Christdemokraten zu unterbinden.

Sie haben etwa 12% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 88% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Parteien