Ausgabe Januar 2003

Die innenpolitische Steuerung der amerikanischen Irak-Politik

Entgegen gängigen, derzeit vor allem in Europa formulierten Annahmen, ist die amerikanische Öffentlichkeit nach 1990 multilateraler gesonnen denn je.1 Gleichzeitig aber – und hier lässt sich ein massiver Wandel der Einstellungen registrieren – stieg die Zufriedenheit mit der eigenen starken Rolle in der Welt kontinuierlich.2 Das Selbstbild der amerikanischen Bevölkerung nähert sich der Vorstellung des benevolent empire3 an. Allerdings stimmt diese Sicht zunehmend weniger mit dem Fremdbild von Amerika überein,4 so dass USAußenpolitik heute aus europäischer Sicht immer unverständlicher erscheint. Die Europäer bemühen sich indes zu wenig, den inneren Prozess der USA zu verstehen, sondern konzentrieren sich aus ihrer eigener Interessenlage heraus auf die transatlantische Dimension und die Vereinten Nationen. Damit wird nicht nur politische Aufmerksamkeit fehlgelenkt, sondern es entgehen möglicherweise handlungsleitende Einsichten in den Prozess einer neuen Weltordnungspolitik.

Worin besteht nun das Neue an der gegenwärtigen amerikanischen Außenpolitik? Ein historischer Strategiewechsel ist eingeleitet und wird militärpolitisch implementiert,5 seine „Feuertaufe“ aber hat er in der geplanten Irakkrise zu bestehen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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