Ausgabe März 2003

Israel: Zivilcourage der Verweigerer

Israelische Zeitungen meldeten kürzlich, ein Leutnant einer geheimdienstlichen Eliteeinheit in der Israelischen Verteidigungsarmee (IDF) sei auf einen minderen Verwaltungsposten versetzt worden, weil er eine Militäroperation behindert hatte: Als die Armee zur Vergeltung des Selbstmordattentats in Tel Aviv Anfang Januar 2003, bei dem 23 Israelis ums Leben kamen, Luftangriffe auf die Westbank plante, hielt der Leutnant entscheidende Informationen zurück. Er befürchtete, dass die Armeeführung bei dieser Aktion den Tod unschuldiger Palästinenser bewusst in Kauf nähme. Vor dem Militärgericht sagte der Mann aus, er habe lediglich seine Pflicht getan, indem er einen illegalen Befehl nicht befolgte.1

Die Moral der IDF bröckelt. Befehlsverweigerungen kommen heute öfter vor, und die Zahl derer, die den Wehrdienst in den palästinensischen Gebieten verweigern, wächst stetig. Im Sommer 2001 veröffentlichten 63 Schülerinnen und Schüler einen Brief, in dem sie sich gegen die Besatzung der palästinensischen Gebiete aussprachen und erklärten, sie würden den Dienst nicht antreten. Bald hatten sich mehr als 300 Teenager dem „High-School Seniors’ Letter“ angeschlossen.2

In Israel gilt die allgemeine Wehrpflicht.

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