Ausgabe März 2003

Serientäter Saddam?

Die Beweise der Kriegsbefürworter stechen nicht

Sollen die Vereinigten Staaten in den Irak einmarschieren und Saddam Hussein absetzen? Falls die USA bei Erscheinen dieses Artikels schon Krieg gegen den Irak führen, liegt der unmittelbare Anlass dafür voraussichtlich darin, dass Saddam es versäumte, dem neuen UN-Inspektionsregime zur Zufriedenheit der Bush-Administration Folge zu leisten. Dieses Versäumnis ist allerdings nicht der eigentliche Grund dafür, dass sich Saddam und die Vereinigten Staaten während des letzten Jahres auf Kollisionskurs befanden.

Die tiefere Wurzel des Konflikts besteht in der Auffassung der USA, dass Saddam gestürzt werden müsse, da er nicht durch Abschreckung daran gehindert werden könne, Massenvernichtungswaffen einzusetzen. Zahlreiche Argumente werden von den Verfechtern des Präventivkriegs zur Stützung ihrer Anklage ins Feld geführt. Ihre Trumpfkarte ist jedoch die Beschuldigung, Saddams bisheriges Verhalten beweise, dass er zu rücksichtslos, unnachgiebig und aggressiv sei, als dass man ihm erlauben könne Massenvernichtungswaffen – insbesondere Atomwaffen – zu besitzen. Sie räumen zuweilen ein, ein Krieg gegen den Irak könne kostspielig werden, zu einer längerfristigen USBesetzung führen und die Beziehungen der USA zu anderen Ländern verkomplizieren.

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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