Ausgabe Mai 2003

Agenda 2010

Regierungserklärung von Bundeskanzler Schröder am 14. März 2003 (Auszüge)

Wochen vor der nachstehenden Regierungserklärung kündigten führende SPD-Politiker eine „mutige Reformagenda“ an, die endlich „den Weg aus der Krise“ zeigen werde. Gerhard Schröder skizzierte am 14. März 2003 vor dem Bundestag die „Agenda 2010“. Das Herzstück der Reformagenda, Arbeit und Wirtschaft, löste zum Teile entschiedene Kritik aus, handelt es sich doch weitgehend um Vorschläge, die zu Lasten der Arbeitnehmer/innen, Arbeitsloser und sozial Schwacher gehen: Beschränkung des Arbeitslosengeldes, Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe, Verschärfung von Arbeitszwangsmaßnahmen, Auslagerung des Krankengeldes aus der gesetzlichen Krankenversicherung etc. Wir dokumentieren im Folgenden Auszüge der Rede zu den Themen Arbeit, Wirtschaft und Gesundheit. – D. Red.

In der Verantwortung für die Zukunft unseres Landes habe ich der Regierungserklärung ein doppeltes Motto vorangestellt. Es beschreibt, worum es heute geht: Mut zum Frieden und Mut zur Veränderung. [...]

Wir müssen den Mut aufbringen, in unserem Land jetzt die Veränderungen vorzunehmen, die notwendig sind, um wieder an die Spitze der wirtschaftlichen und der sozialen Entwicklung in Europa zu kommen.

Die Lage – das spürt jeder hier im Haus, aber auch draußen – ist international wie national äußerst angespannt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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