Ausgabe Februar 2004

Neue Macht der Peripherie

Ortsnamen wie Seattle, Porto Alegre, Mumbai und seit letztem September vor allem auch jener des mexikanischen Badeortes Cancún könnten für einen Einschnitt hinsichtlich weltweiter Machtverhältnisse stehen – spiegelbildlich zur symbolischen Abwertung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Die Regierungen der Peripherie organisierten sich, um den eigenen Forderungen Nachdruck zu verleihen. Es zeichnet sich eine neue Konfliktstruktur in der internationalen Handelspolitik ab.

Was ist in Cancún passiert? Die "Gruppe 20plus" entwickelte sich unter der Führung Brasiliens, Indiens und Chinas zu einem ernst zu nehmenden globalen Faktor. Zwar gibt es innerhalb der Gruppe erhebliche Divergenzen, der einigende gemeinsame Nenner besteht jedoch darin, die Regierungen der nördlichen Industriestaaten zur Umsetzung ihrer aktuellen Verpflichtungen zu drängen. Diese betreffen in erster Linie die Liberalisierung des Agrarsektors in der EU und die drastische Minderung von Subventionen in anderen Branchen durch die europäischen und nordamerikanischen Staaten.

Die kritisierten Regierungen des Nordens wollen jedoch weiterhin etwas ganz anderes, nämlich die in ihrem Interesse liegende Ausweitung der Verhandlungsthemen. Bereits seit der 1.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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