Ausgabe Februar 2004

Universität in Bewegung:

Fünf Tabus in der aktuellen Bildungsdiskussion

In diesen Tagen fällt es schwer, noch an die Reformierbarkeit der deutschen Universitäten zu glauben. So hat in Hessen die jüngste Gesetzesvorlage der Regierung Koch, mit der, wie bei ähnlichen Vorhaben in anderen Bundesländern auch, die Verwaltungsgebühren in der Regelstudienzeit generell erhöht und "Strafgebühren" für Langzeitstudierende eingeführt werden sollen, zu anhaltenden Protesten der Studierenden und zu heftigen politischen Auseinandersetzungen geführt. Dabei gehen sowohl die Gesetzesvorlage als auch der Widerstand an der eigentlichen Problematik völlig vorbei. Im Vergleich zu dem, was in anderen Ländern, wie etwa in der Volksrepublik China oder in den Vereinigten Staaten, an Studiengebühren schon bezahlt werden muss (die Regierung Blair plant Gebühren von jährlich 4000 Euro), dreht sich die hessische Aufregung um ein Taschengeld von 100 Euro pro Jahr. Für Langzeitstudierende sind zudem großzügige Verlängerungen der Regelstudienzeit vorgesehen, wenn sie Elternzeiten nachweisen können oder ihr Studium durch Geldverdienen finanzieren müssen.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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