Ausgabe Februar 2004

Universität in Bewegung:

Humboldtianer aller Generationen vereinigt euch!

" [...] bei der inneren Organisation der höheren wissenschaftlichen Anstalten [beruht Alles darauf,] das Princip zu erhalten, die Wissenschaft als etwas noch nicht ganz Gefundenes und nie ganz Aufzufindendes zu betrachten, und unablässig sie als solche zu suchen. [...] Da diese Anstalten ihren Zweck indes nur erreichen können, wenn jede, soviel als immer möglich, der reinen Idee der Wissenschaft gegenübersteht, so sind Einsamkeit und Freiheit die in ihrem Kreise vorwaltenden Principien." 1 Wilhelm von Humboldt

Es ist verblüffend, wie grundlegend sich das Verständnis unserer Gesellschaft über den Auftrag von Universitäten binnen kurzer Zeit gewandelt hat. Die geplanten Hochschul-Reformen, die sich in den Thesenpapieren der Parteien wiederfinden, von der Presse in erschreckend monotoner Stoßrichtung postuliert und in manchen Bundesländern bereits vollzogen werden, sind von fundamentaler Qualität.

Inhalt, Zielgruppe, Dauer und Finanzierung des Studiums – letztlich alle Faktoren, die den staatlich institutionalisierten Wissenschaftsbetrieb ausmachen, stehen auf dem Prüfstand. Und offenbar gelangen die Deutungsmächtigen alle zu ähnlich ausweglosen Schlussfolgerungen: Das Studium, so der Tenor, müsse "schneller, billiger, effizienter" werden, anders sei es künftig nicht mehr zu finanzieren.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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