Ausgabe Januar 2004

Afrika: Wann ist Hilfe eine Hilfe?

Das Dogma der Selbsthilfe

Bis zum Jahre 2015 will die internationale Gemeinschaft die extreme Armut in den Entwicklungsländern halbieren. Diese in der Millenniumsdeklaration der Vereinten Nationen im Jahre 2000 vereinbarte Selbstverpflichtung wird seither immer wieder bekräftigt. Im Gegensatz dazu steht die Tatsache, dass die Entwicklungspolitik in der Praxis gerade die Ärmsten der Armen fast systematisch ausgrenzt.

Bis zum Jahre 2015 will die internationale Gemeinschaft die extreme Armut in den Entwicklungsländern halbieren. Diese in der Millenniumsdeklaration der Vereinten Nationen im Jahre 2000 vereinbarte Selbstverpflichtung wird seither immer wieder bekräftigt.

Im Gegensatz dazu steht die Tatsache, dass die Entwicklungspolitik in der Praxis gerade die Ärmsten der Armen fast systematisch ausgrenzt. Das den modernen Armutsbekämpfungsstrategien zugrunde liegende Bild von Armut kennt nur arbeitsfähige Menschen und Gruppen, in denen alte, kranke und andere abhängige Personen eine Randerscheinung bilden und in der Regel durch als harmonisch gedachte Gemeinschaften automatisch mitversorgt werden. Konzepte zur gezielten Verbesserung der Lebenssituation nicht arbeitsfähiger Menschen und Familien (in denen viele Kinder leben) gibt es kaum. Das Leitbild der Entwicklungspolitik heißt: "Hilfe zur Selbsthilfe".

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Afrika: Die zweifache Katastrophe

von Simone Schlindwein

Es sind grausame Szenarien, die für Afrika projiziert werden. Von „zehn Millionen Toten“ durch das Coronavirus auf dem Kontinent warnte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits im Februar: Ein massiver Ausbruch würde die ohnehin maroden Gesundheitssysteme Afrikas „überwältigen“ und dadurch zu einem Massensterben führen, erklärte er. Die Warnung Gates‘ kam nur wenige Stunden bevor in Ägypten der erste Covid-19-Fall auf dem Kontinent bestätigt wurde. Seitdem breitet sich das Virus stetig weiter gen Süden aus und mit ihm auch die Angst.