Ausgabe Juli 2004

Abzug aus Gaza?

Im Dezember 2003 bekundete Israels Premierminister Ariel Scharon erstmalig seine Absicht einer einseitigen Abkopplung ("unilateral disengagement") von den Palästinensern. Dabei betonte er, dass Israel sich gezwungen sehe, einseitige Maßnahmen zu ergreifen, weil es auf palästinensischer Seite keinen Partner gebe, mit dem es verhandeln und die Roadmap zu einer Friedenslösung umsetzen könne.

Im Dezember 2003 bekundete Israels Premierminister Ariel Scharon erstmalig seine Absicht einer einseitigen Abkopplung ("unilateral disengagement") von den Palästinensern. Dabei betonte er, dass Israel sich gezwungen sehe, einseitige Maßnahmen zu ergreifen, weil es auf palästinensischer Seite keinen Partner gebe, mit dem es verhandeln und die Roadmap zu einer Friedenslösung umsetzen könne. Im Frühjahr 2004 konkretisierte Scharon, dass die Abkopplung neben dem Bau von Sperranlagen in der Westbank auch den Abzug aus jenen Gebieten umfassen soll, in denen nach einem endgültigen Abkommen mit den Palästinensern ohnehin keine Israelis mehr leben werden: aus dem Gazastreifen und einigen isolierten Siedlungen in der nördlichen Westbank. George W. Bush lobte die geplanten Maßnahmen als historisch und mutig und sagte amerikanische Unterstützung zu.

In einem Brief an den amerikanischen Präsidenten vom 14.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe August 2020

In der Augustausgabe beleuchtet Masha Gessen die clanartigen Strukturen von Trumps Mafia-Staat. Michael Tomasky sieht den designierten Präsidentschaftskandidaten Joe Biden auf dem Weg nach links – und erkennt bei dem US-Demokraten gar rooseveltsche Ambitionen. Wieslaw Jurczenko analysiert die Ursachen des Wirecard-Desasters und damit das Totalversagen der deutschen Finanzaufsicht. Raul Zelik fordert, die Eigentumsverhältnisse wieder in den Blick zu nehmen, um so den Sozialismusbegriff wiederzubeleben. Und Klaus Vieweg befreit Hegel, der vor knapp 250 Jahren geboren wurde, vom Totalitarismusverdacht.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Afrika: Die zweifache Katastrophe

von Simone Schlindwein

Es sind grausame Szenarien, die für Afrika projiziert werden. Von „zehn Millionen Toten“ durch das Coronavirus auf dem Kontinent warnte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits im Februar: Ein massiver Ausbruch würde die ohnehin maroden Gesundheitssysteme Afrikas „überwältigen“ und dadurch zu einem Massensterben führen, erklärte er. Die Warnung Gates‘ kam nur wenige Stunden bevor in Ägypten der erste Covid-19-Fall auf dem Kontinent bestätigt wurde. Seitdem breitet sich das Virus stetig weiter gen Süden aus und mit ihm auch die Angst.