Ausgabe März 2004

Postmoderne Guerilla

10 Jahre Aufstand, 20 Jahre Zapatistas

Das Doppeljubiläum des Zapatistischen Heeres der Nationalen Befreiung (EZLN) in Mexiko – der 20. Jahrestag seiner Gründung und der 10. Jahrestag des zapatistischen Aufstandes – bietet Anlass, die Frage von Widerstand in einer globalisierten Welt mit unzähligen Ausgestoßenen neu zu stellen und dabei zugleich auch Begriffe wie Macht, Widerstand und Gemeinschaft zu überdenken.

Gewissermaßen als Neujahresüberraschung trat das Zapatistische Heer der Nationalen Befreiung am 1. Januar 1994 – dem Tag der Gründung der Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) – in das morbide politische Bewusstsein des krisengeschüttelten Mexikos und recht bald in das der Weltöffentlichkeit. Die Gründung der Guerilla zehn Jahre zuvor, am 17. November 1983, im Lakandonischen Urwald war hingegen weitgehend unbemerkt geblieben. Als dann 1994 in den frühen Morgenstunden tausende vermummte Indigenas die bekannteste Stadt der Provinz Chiapas, San Cristóbal de las Casas, und weitere sechs Bezirkshauptstädte besetzten, schien das wie ein unzeitgemäßer Traum – den einen ein Alptraum, den anderen ein Hoffnungstraum. Glaubte man doch die Guerilla, wie sie Ende der 60er und in den 70er Jahren in Mexiko existierte, längst tot.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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