Ausgabe Juli 2005

Verantwortlich fliegen

Der Flugverkehr nimmt ständig und rasch zu, dementsprechend steigt auch sein Beitrag zur globalen Erwärmung. Der Anteil des Flugverkehrs am weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen liegt heute bei fünf Prozent, in einigen Industrienationen liegt er bereits bei über zehn Prozent. Die Auswirkungen des Flugverkehrs auf den Klimawandel sind bis heute noch nicht wirklich ins öffentliche Bewusstsein gedrungen. Fliegen bleibt attraktiv, viele betrachten es als selbstverständlich, ihre Ferien am anderen Ende der Welt zu verbringen und Fluggesellschaften unternehmen alles, um durch Billigangebote weitere Kunden zu gewinnen.

Offensichtlich steht dem nur wenig politischer Wille gegenüber, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Vorschläge zur Reduktion des Flugverkehrs haben derzeit nur geringe Chancen auf Umsetzung. Bekanntlich wird der Flugverkehr sogar privilegiert: Kerosin ist, im Gegensatz zum Benzin, von Steuern befreit und die auf den Flugverkehr spezialisierten internationalen Organisationen (ICAO-CAEP, IATA) verteidigen diesen Status Quo. Selbst die internationalen Verhandlungen über den Klimawandel geben wenig Anlass zur Hoffnung. Auch im jüngst ratifizierten Kyoto-Protokoll werden nur Inlandflüge bei der Berechnung der Kohlendioxid- Emissionen berücksichtigt, während jedoch internationale Flüge die größte Quelle der Emissionen bilden.

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