Ausgabe März 2005

Porto Alegre 2005

Die "Süddeutsche Zeitung" erinnerte in ihrer Ausgabe vom 1. Februar an die Tatsache, dass wöchentlich 30 000 Kinder sterben, weil sie nicht ausreichend Wasser und Medikamente zur Verfügung haben. Weil die Bilder des alltäglichen globalen Elends den Weg ins hiesige Fernsehen nicht mehr fänden, werde auch kaum mehr gespendet. Deshalb sollten sich westliche Regierungen verstärkt in Konfliktregionen einmischen.

Wasser und Gesundheit waren auch zentrale Themen auf dem fast zeitgleich stattfindenden 5. Weltsozialforum (WSF) im brasilianischen Porto Alegre. Allerdings wurde hier weit weniger zu einer aktiveren Rolle nördlicher Regierungen aufgerufen. Im Gegenteil: Die Einmischung von nördlichen Regierungen, IWF und Weltbank sowie von Konzernen wie RWE, Suez oder Vivendi-Veolia in die Prozesse der Privatisierung von Wasser samt ihrer katastrophalen Folgen auf Wasserversorgung und die Wasserpreise standen im Zentrum der Kritik. Im "Manifest von Porto Alegre", unterzeichnet von 19 Intellektuellen, darunter Ignacio Ramonet, Bernard Cassen, Eduardo Galeano und die Nobelpreisträger José Saramago und Adolfo Pérez Esquivel, nimmt die Forderung nach einem "Menschenrecht auf Wasser" denn auch eine zentrale Position ein.

Insgesamt zog es dieses Jahr etwa 120000 Menschen zu den 2000 Veranstaltungen des WSF.

Sie haben etwa 10% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 90% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Politik des Misstrauens: Die schwarz-rote Kurzsichtigkeit

von Annett Mängel

Es sollte der Durchbruch werden, mit dem die schwarz-rote Bundesregierung vor den so wichtigen Herbstwahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ihre Tat- und Schaffenskraft demonstrieren wollte: Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Bärbel Bas und Markus Söder stellten am 2. Juli ein 34 Punkte umfassendes Reformpaket vor.

Fossilistischer Kolonialismus

von Friederike Otto

Die Erderhitzung vernichtet schon heute weltweit die Lebensgrundlagen vieler Menschen – allen voran jener, die ohnehin benachteiligt sind. Wir müssen die Klimakrise auch als Gerechtigkeitskrise begreifen – und die ihr zugrundeliegenden Machtstrukturen transformieren.

Globales Elend und die Diktatur der Superreichen

von Ute Scheub

Sie düsen in Privatjets um die Welt, um Immobilien und Konzernketten an sich zu reißen. Sie kaufen ganze Landschaften und Inseln, um sich dort im größten Luxus abzukapseln. Sie übernehmen Massenmedien, um sich selbst zu verherrlichen und gegen Arme und Geflüchtete zu hetzen.