Der Bundestagswahlkampf 2005 wird von wirtschafts- und sozialpolitischen Themen dominiert. Die notwendige Sanierung der Staatsfinanzen wird parteiübergreifend unter dem Schlagwort "nachhaltige Finanzpolitik" damit begründet, dass die Probleme von heute nicht in Form eines stetig wachsenden Schuldenbergs den künftigen Generationen aufgebürdet werden dürften. Dieses eingängige Prinzip der Nachhaltigkeit ist jedoch umfassender und geht davon aus, dass die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft nur durch die gleichzeitige Beachtung ökonomischer, sozialer und ökologischer Aspekte erreicht werden kann. Wer "Deutschlands Chancen nutzen" will – wie CDU und CSU ihr "Regierungsprogramm" überschrieben haben –, und wer "Vertrauen in Deutschland" hat – wie die SPD mit ihrem Wahlmanifest beteuert –, sollte den Wählerinnen und Wählern auch darüber Auskunft geben, wie die drängenden ökologischen Probleme gelöst werden können.
Es währte nur sehr kurz: Das erst im Januar 2023 eingeführte Bürgergeld ist schon wieder Geschichte. Am 5. März beschloss der Bundestag zahlreiche Verschärfungen gegenüber Grundsicherungsbeziehenden.