Ausgabe November 2006

Mehr Wirtschaftsdemokratie wagen

Ob Siemens-BenQ, Airbus oder Allianz – die Meldungen von Schließungen und Verlagerungen selbst hoch effizienter Unternehmen reißen nicht ab. Immer mehr verlieren die Bürgerinnen und Bürger das Vertrauen in das Funktionieren der sozialen Marktwirtschaft. Dem steht auf Seiten neoliberaler „Experten“ ein unerschütterlicher Glaube an die kapitalistische Ordnung gegenüber. Alles müsse in einer Gesellschaft dem Marktwettbewerb ausgesetzt werden, selbst öffentliche Institutionen, Bildung und Gesundheitsgüter. „Ein dogmatisch gewordener Glaube an das vermeintlich segensreiche Wirken freier (wettbewerblicher) Märkte ist weit verbreitet. Die daraus resultierenden Irrtümer und Illusionen haben sich bei vielen Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Medien zu einer Unfähigkeit gesteigert, die Wirklichkeit richtig wahrzunehmen. Es ist dieser Realitätsverlust, der sie zu unschuldigen Betrügern macht,“ stellte der vor kurzem verstorbene US-amerikanische Ökonom John Kenneth Galbraith fest. Man muss von einem „gefährlichen Wahn“ sprechen, wie der US-amerikanische Ökonom Paul Krugman konstatiert.1

Dieser Wahn übersieht zweierlei: Erstens wird selbst ein tatsächlich vorhandener Wachstumswettbewerb immer von der grundsätzlichen kapitalistischen „Neigung zum Monopol“ überlagert.

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