Ausgabe Dezember 2007

Wirkungsvolle Armutsbekämpfung oder heiße Luft?

50 Jahre deutsche Entwicklungszusammenarbeit

Deutsche Entwicklungszusammenarbeit hätte in diesem Jahr ein Jubiläum feiern können: 1957 wurde Ghana als erstes Land in Subsahara-Afrika unabhängig und erhielt schon im Gründungsjahr erste staatliche Entwicklungsgelder aus Deutschland. Der Bundestag hatte dem Auswärtigen Amt seinerzeit einige Millionen DM zur Verfügung gestellt, um „Förderungsmaßnahmen für unterentwickelte Länder“ zu finanzieren.

Wenn das Jubiläum offenbar auch niemanden zu Festlichkeiten bewegte, Anlass für einen Blick auf die gegenwärtige deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ), insbesondere mit Afrika, bietet das Datum allemal.

Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Im Jahr 2000 verabschiedeten die Vereinten Nationen die Millenniums-Entwicklungsziele. Demnach soll die absolute Armut bis zum Jahr 2015 weltweit halbiert werden. Für Subsahara-Afrika, wo weiterhin nahezu die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut lebt, würde die Erreichung dieses Ziels eine geradezu revolutionäre sozio-ökonomische Veränderung bedeuten.

Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul griff die UN-Ziele auf und sorgte dafür, dass die Bundesregierung mit einem eigenen Maßnahmenpaket reagierte, dem sogenannten Aktionsprogramm 2015. Dieses solle, so die Ministerin, dazu beitragen, „der globalen Entwicklung ein menschliches Antlitz zu geben.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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