Ausgabe Januar 2007

Vor uns die Wüste

Zehn Jahre Kyoto-Protokoll, EU-Ratspräsidentschaft und G8-Vorsitz der Bundesrepublik samt seinem Höhepunkt, dem Treffen der acht führenden Industrienationen in Heiligendamm: 2007 dürfte, gerade aus deutscher Sicht, zu einem entscheidenden Jahr für die Zukunft der Globalisierung, aber auch der globalisierungskritischen Bewegung werden.

Nicht zuletzt an der globalen Energie- und Klimafrage wird sich klären, ob die Zukunft der Welt noch eine friedliche sein kann oder ob wir neuen Ressourcenkriegen entgegengehen. Längst haben die Autokraten der Welt, von Ahmadinedschad bis Putin, aber auch die westlichen Demokratien, von Deutschland bis zu den Vereinigten Staaten, erkannt, dass sich die Energieversorgung zur entscheidenden Machtfrage der Zukunft entwickelt – und richten ihre Militärstrategien danach aus.1 Insofern ist die letzte Äußerung von UN-Generalsekretär Kofi Annan auf einem Weltgipfel sehr ernst und als dessen Vermächtnis zu nehmen: Man muss dem Klimawandel genauso viel Beachtung schenken wie der Vermeidung von Kriegen und dem Kampf gegen Massenvernichtungswaffen.2

Diese brandgefährliche Entwicklung dürfte noch dadurch forciert werden, dass die letzte Weltumweltkonferenz in Nairobi nur heiße Luft produzierte. Die versammelte Ministerschar verständigte sich darauf, sich über die Fortsetzung des Kyoto-Protokolls in Bälde erneut zu verständigen.

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