Nun hat er’s endlich geschafft: Alfred Gusenbauer ist seit dem 11. Januar 2007 österreichischer Bundeskanzler. Nach 99 Tagen Koalitionspoker verständigten sich die Spitzen von SPÖ und ÖVP auf eine vierjährige Zusammenarbeit. Am Ziel seiner Träume angekommen – schließlich soll das Arbeiterkind aus Ybbs bereits in jungen Jahren mit dem Kanzlerjob geliebäugelt haben –, könnte sich der ehrgeizige „Gusi“ eigentlich entspannt zurücklehnen, drohte nicht aus der eigenen Partei Ungemach: Das Regierungsprogramm sei „ein Diktat der ÖVP“, so der einflussreiche oberösterreichische SPÖ-Vorsitzende Erich Haider. Auch der ehemalige Kreisky- Zögling und Ex-Finanzminister Hannes Androsch urteilte: „Das ist ja eine ÖVPRegierung mit einem SPÖ-Kanzler.“ Eilig hat sich eine innerparteiliche Gruppierung unter dem Namen „Wir sind SPÖ“ gegründet, die sich gegen den Ausverkauf der sozialdemokratischen Seele zu Wehr setzt. Auf ihrer Website konstatiert sie lapidar: „Unsere Parteispitze hat einem Koalitionspakt zugestimmt, in dem die wahlentscheidenden Punkte zugunsten der ÖVP geregelt worden sind.
Es währte nur sehr kurz: Das erst im Januar 2023 eingeführte Bürgergeld ist schon wieder Geschichte. Am 5. März beschloss der Bundestag zahlreiche Verschärfungen gegenüber Grundsicherungsbeziehenden.