Ausgabe November 2007

Sieben Millionen ohne Arbeit

Offensichtlich geht Deutschland wieder rosigen Zeiten entgegen. Die Medien verkünden jedenfalls allenthalben eine neue Entspannung am Arbeitsmarkt. Besonders überschießend, wen kann es verwundern, agiert dabei die „Bild“-Zeitung. Bereits im November letzten Jahres verkündete sie, dass die Bundesrepublik derzeit ein „Neues Wirtschaftswunder“ erlebe.

Es kann und soll nicht bestritten werden, dass der aktuelle Wirtschaftsaufschwung positiv auf den Arbeitsmarkt wirkt. Allerdings wird dieser Zusammenhang in seiner Dimension und Kausalität durch Politik und Medien völlig falsch dargestellt. Zwar ist gegenwärtig in der Tat ein konjunktureller Aufschwung zu beobachten. Das allerdings ist innerhalb eines Konjunkturzyklus’ eine typische Erscheinung und alles andere als ein Wunder.

Dennoch findet die herrschende mediale Übertreibung auf den ersten Blick ihre Bestätigung in den jüngsten vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitsmarktdaten: „Der Aufschwung am Arbeitsmarkt in den Jahren 2006/2007 hat ein freundlicheres Gesicht als jener in den Jahren 1999/2000, bei etwa gleichem Wirtschaftswachstum. Es wurden mehr Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse und weniger Mini-Jobs geschaffen als damals und das Arbeitsvolumen nahm stärker zu (+2,0 Prozent gegenüber +1,2 Prozent)“.

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