Ausgabe Oktober 2007

Die Marine rüstet auf

Den „schönen Auftrag“ hatte Dagmar Wöhrl gleich mitgebracht: Der Bau von vier Fregatten werde „kurzfristig“ vom Bundestag verabschiedet, versicherte die Maritime Koordinatorin der Bundesregierung im Mai beim jährlichen Spargelessen der deutschen Schiffbauindustrie. Die Thyssen Krupp Marine Systems AG beziffert den Auftragswert auf mehr als zwei Mrd. Euro.

Für die privaten Werften und ihre Zulieferindustrien sind die Aufträge der Bundeswehr lebenswichtig. Sie sichern technische Entwicklungen, wie etwa den neuartigen Antrieb von UBooten durch Brennstoffzellen, und sie sorgen für den nötigen Auslandsabsatz. U-Boote und Überwasserschiffe „Made in Germany“ verkaufen sich auf dem Rüstungsweltmarkt hervorragend. Die Deutsche Marine spielt dabei eine „Elternrolle“ – ihre Referenzen sind die Basis für ein überaus erfolgreiches Exportgeschäft. In diesem erwirtschaften die im Marineschiffbau tätigen bundesdeutschen Unternehmen rund zwei Drittel ihres Umsatzes. Ihrer Elternrolle ist sich die Marine durchaus bewusst, und sie passt genau zu der militärischen Neuausrichtung einer „Expeditionary Navy“, die auf allen Meeren kreuzt, wie es im „Weißbuch zur Sicherheitspolitik“ heißt.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema