Ausgabe April 2008

Tschad: Diktatur von Frankreichs Gnaden

Der Tschad, der bereits seit Jahren Konflikte mit dem benachbarten Sudan austrägt,1 sieht sich derzeit auch im Inneren zunehmend mit Umsturzversuchen konfrontiert. Der von Frankreich unterstützte Präsident Idriss Déby unterdrückt die politische Opposition mit eiserner Faust, Scharmützel mit Rebellengruppen an den Grenzen des Landes gehören zur Tagesordnung.

Der Tschad, der bereits seit Jahren Konflikte mit dem benachbarten Sudan austrägt,1 sieht sich derzeit auch im Inneren zunehmend mit Umsturzversuchen konfrontiert. Der von Frankreich unterstützte Präsident Idriss Déby unterdrückt die politische Opposition mit eiserner Faust, Scharmützel mit Rebellengruppen an den Grenzen des Landes gehören zur Tagesordnung. Im Oktober 2007 unterzeichneten zwar die beiden größten Rebellenverbände unter libyscher Vermittlung einen Friedensvertrag mit der Regierung. Aber bereits im Dezember schlossen sie sich mit einer dritten Gruppe zur Union des forces de la résistance (UFR) zusammen und zogen Ende Januar 2008 auf die Hauptstadt N’Djamena. Als dort am 2. Februar die Kämpfe ausbrachen, flohen die Tschader zu Tausenden über den Grenzfluss Chari ins Nachbarland Kamerun; die Ausländer flüchteten zu Sammelpunkten und warteten unter heftigem Beschuss auf ihre Evakuierung durch die französische Armee.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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