Ausgabe Februar 2008

Zauberlehrling Bush im Nahen Osten

„Wir sind hierher gekommen, um für eine Region der Welt Frieden zu suchen, die im langen Gedächtnis der Menschheit viel zu viel Hass, Qual und Krieg gesehen hat. Ich kann mir keine Anstrengung vorstellen, die wertvoller und notwendiger wäre.“ So sprach Präsident George Bush senior am 30. Oktober 1991 auf der Konferenz von Madrid, die nach der Vertreibung Saddam Husseins aus Kuwait dem Nahen Osten eine Friedensordnung bescheren sollte.

Anders als von George Bush senior geplant, ist der Nahe Osten in den vergangenen 17 Jahren noch mehr im Chaos versunken – nicht zuletzt dank seines Sohnes George W. Bush. Und nun soll plötzlich, nachdem die Regierung Bush junior sieben Jahre lang untätig gewesen ist, das Schaulaufen westlicher und nahöstlicher Politiker im amerikanischen Annapolis und eine allererste Reise des US-Präsidenten das in großen Teilen selbst herbei geführte Chaos in der Region beenden?

„Land für Frieden“?

Als George Bush senior in Madrid sprach, war der Irak aufgefordert, sich – nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrates – aus Kuwait zurückzuziehen. Die Araber, insbesondere die Palästinenser, forderten daher, auch Israel müsse UN-Resolutionen einhalten und sich dementsprechend aus den 1967 besetzten Gebieten zurückziehen.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe September 2020

In der September-Ausgabe erkennt der Philosoph und »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas im Wiederaufbauplan der EU – 30 Jahre nach der Zäsur von 1989/90 – eine zweite Chance für die innerdeutsche wie auch für die europäische Einheit. Die Literaturwissenschaftlerin Sarah Churchwell beleuchtet die langen Linien des amerikanischen Faschismus – vom Ku-Klux-Klan bis zu Donald Trump. Der Wirtschaftshistoriker Adam Tooze plädiert angesichts des Handelskriegs zwischen China und den USA für eine neue globale Entspannungspolitik. Und die Islamwissenschaftlerin Alexandra Senfft portraitiert den Kampf der Frauen gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema