Ausgabe Juni 2008

Südkorea, Taiwan und China: Auf der Suche nach Harmonie

Aufgrund der globalen Proteste für Tibet gerieten zwei andere Ereignisse in der unmittelbaren Nachbarschaft kaum in den Fokus der Öffentlichkeit – obwohl sie interessante gegenläufige Tendenzen verraten. Sowohl in Taiwan als auch in Südkorea haben sich bei den jüngsten Wahlen pragmatische, auf nationale Visionen verzichtende Kräfte durchgesetzt. Taiwan wählte am 22.

Aufgrund der globalen Proteste für Tibet gerieten zwei andere Ereignisse in der unmittelbaren Nachbarschaft kaum in den Fokus der Öffentlichkeit – obwohl sie interessante gegenläufige Tendenzen verraten. Sowohl in Taiwan als auch in Südkorea haben sich bei den jüngsten Wahlen pragmatische, auf nationale Visionen verzichtende Kräfte durchgesetzt.

Taiwan wählte am 22. März mit Ma Ying-jeou den Kandidaten der Kuomintang Partei (KMT) zum neuen Präsidenten. Sein überlegener Sieg – mit 58,5 Prozent der Stimmen gegenüber 41,5 Prozent für Frank Hsieh, den Kandidaten der Demokratischen Fortschrittspartei (DPP) – bedeutet die Abkehr von einer mehr als 15jährigen Politik kontrollierter Konfrontation mit der Volksrepublik China, die die formelle Unabhängigkeit Taiwans zum Ziel hatte.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Asien

Indische Soldaten

Bild: imago images / Hindustan Times

Das Ende des indischen Traums

von Arundhati Roy

Indien lebte stets von seiner Vielfalt und seinen Gegensätzen. Doch seit der Wahl von Narendra Modi zum Premierminister droht sich das zu ändern: Denn Modi kämpft für eine Vorherrschaft der Hindus – und zwar mit allen Mitteln.

Bild: imago images / Hindustan Times

Modis Indien oder: Die Schriftstellerin als Staatsfeindin

von Arundhati Roy

Ich fühle mich sehr geehrt, die diesjährige „Arthur Miller Freedom to Write Lecture“ des PEN America halten zu dürfen. Hätten Arthur Miller und ich derselben Generation angehört und wäre ich US-Bürgerin gewesen, so wären wir uns wohl bei einer Vorladung vor das Komitee für unamerikanische Umtriebe in die Arme gelaufen.