Ausgabe März 2008

Die ökologische Zweiklassengesellschaft

Angesichts der Verschärfung ökologischer Probleme, allen voran der voranschreitende Klimawandel, appellieren deutsche Umweltverbände immer eindringlicher auch an jeden einzelnen Bürger, seine Verhaltens- und Konsumweisen zu überdenken. Tipps zum Kauf und Bezug von umweltverträglichen Produkten und Dienstleistungen haben Hochkonjunktur, weil damit, so die berechtigte Hoffnung, ein notwendiger und sinnvoller Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung in diesem Land geleistet werden kann. Nach dem Motto: „Wir haben es in der Hand, welche Welt wir unseren Kindern hinterlassen“, wird der Einzelne in die ökologische Verantwortung genommen.

Es bleibt jedoch die Frage, welchen Bürgerinnen und Bürgern es überhaupt möglich ist, ihre Wohnungen energetisch nachzurüsten, Bio-Lebensmittel zu kaufen oder sich Energie sparende Elektrogeräte anzuschaffen? Wer ist wie stark davon betroffen, wenn beispielsweise die Pegel der Elbe steigen, wer vermag sich in welchem Umfang vor solchen Extremwetterereignissen zu schützen und in seinem Umweltverhalten anzupassen? Kurz: Wo werden Umweltprobleme auch zu Fragen der Gerechtigkeit?

Spätestens seit Beginn der Nachhaltigkeitsdebatte beginnen auch die Umweltverbände, sich nicht länger allein mit der Frage der Reduktion von Umweltbelastungen zu befassen, sondern auch damit, wie dies sozial gerecht geschehen kann.

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