Ausgabe September 2008

Ein Herz fürs Kapital

Es ist schlecht bestellt ums unternehmerische Image. Nicht einmal ein Drittel der Bevölkerung glaubt dem marktwirtschaftlichen Dogma, dass unternehmerischer Erfolg allgemeinen Nutzen stiftet. Und über 70 Prozent nehmen Anstoß daran, dass selbst gut verdienende Unternehmen und Konzerne Arbeitsplätze abbauen. Die verbreitete Unternehmer-Verdrossenheit hat Gründe, die auf realen Erfahrungen beruhen. Zur Betroffenheit und Sorge gesellt sich Empörung über die Schamlosigkeit des Abgreifens, sei es bei Managergehältern und Abfindungen, sei es in Gestalt ungezügelter Ausplünderung übernommener Unternehmen.

Kein Wunder, dass auch die Kirche auf den Plan tritt. Ethische Maßstäbe zu entwickeln, liegt in der Konsequenz des von ihr in Anspruch genommenen Wächteramts. Doch zur Verblüffung des Lesers gilt die kirchliche Sorge in der jüngst erschienenen EKD-Denkschrift „Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive„ nicht etwa den Ursachen der Vertrauenskrise, sondern vorrangig den durch „Skandalisierung und Erregung„ (S. 87) und „wiederkehrende Vorurteile„ (S. 29) herabgesetzten Unternehmern. 1 Sind damit vorrangig die Medien verantwortlich gemacht, ist das Feld für das beliebte Entlastungsschema individuellen Versagens bereitet. Wer die Probleme mit Bischof Huber auf die „ethischen problematischen Verhaltensweisen Einzelner„ (S.

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Aktuelle Ausgabe Januar 2020

In der Januar-Ausgabe warnt der Journalist Alexander Hurst vor einem drohenden Bürgerkrieg in den USA, sollte Donald Trump eine Abwahl in einem Jahr nicht akzeptieren. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die Hindu-Nationalisten die innere Vielfalt Indiens bekämpfen und selbst vor kriegerischen Mitteln nicht halt machen. »Blätter«-Redakteurin Julia Schweers beleuchtet den Generationenkonflikt, der in Afrika zu einer dritten kontinentalen Protestwelle führen könnte. Der Soziologe Mathias Greffrath fordert die Abkehr vom Mantra des ständigen Wachstums, um dem »Zeitalter der Verwüstung« ein Ende zu setzen. Und »Blätter«-Mitherausgeber Micha Brumlik analysiert die antisemitische Kontinuität von der DDR bis ins heutige Ostdeutschland.

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