Ausgabe Januar 2009

Der Außergewöhnliche

Spätestens seit dem 4. November 2008 ist Enthusiasmus geradezu obligatorisch – über diesen, so scheint es, ersten politischen Superstar unseres Zeitalters. Gleichzeitig steigt die Spannung hin zum 20. Januar 2009, dem Tag des Amtsantritts, zu dem mit zwei bis drei Millionen Menschen die möglicherweise größte Massenversammlung aller Zeiten erwartet wird. Mit seinem in diesen finsteren Zeiten Mut machenden Zuruf „Yes, we can“ hat Barack Obama vielen hoffnungswilligen Menschen aus der Seele gesprochen – und mit seinem zweiten Buch1 sein Credo begründet. „The Audacity of Hope“, so der Titel, der den deutschen Leser an Kants Aufklärungsschrift erinnern darf: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

Aber ist diese Hoffnungsbegeisterung auch nur halbwegs berechtigt? Oder ist die ganze Obamania nur ein flüchtiges, massenpsychologisches Phänomen, ihr Gegenstand ein PR-Produkt wie seinerzeit, was wir allerdings erst viel später erfuhren, John F. Kennedy? 2

Wir wissen es nicht, und Skepsis ist in solchen Fällen immer eine intellektuelle Tugend. Aber mit Skepsis allein ist ernsthaften Versuchen, Neues und Notwendiges zu beginnen, nicht gedient: Sie kann für die Hoffnung tödlich sein.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2020

In der Februar-Ausgabe warnen die ehemaligen US-Politiker Ernest J. Moniz und Sam Nunn vor einem erneuten Wettrüsten zwischen Russland und den USA. Hans-Gerd Marian und Michael Müller von den NaturFreunden Deutschlands legen die braunen Linien der deutschen Umweltbewegung offen. Der Vorsitzende der SWP, Volker Perthes, fragt nach den Auswirkungen der jüngsten Spannungen zwischen den USA und Iran – auch und gerade für Europa. Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy zeigt, wie die regierenden Hindu-Nationalisten Millionen Menschen zu Staatenlosen machen und so ein neues Kastensystem schaffen könnten. Und der Stadtforscher Paul Chatterton skizziert die Zukunft der klimaneutralen, nachhaltig produzierenden Stadt.

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