Ausgabe Januar 2010

Obama in Ostasien

Er sei der erste pazifische Präsident der Vereinigten Staaten, sagte Präsident Barack Obama mit gewohnter Emphase in seiner Rede am 14. November in Tokio – vor seinem Abflug nach Singapur, zum Gipfel der APEC, der Asia Pacific Economic Cooperation, welcher Staaten beiderseits des Pazifik angehören. Obama wollte damit deutlich machen, dass die Zeiten der Bush-Administration, in der die Welt östlich von Pakistan für die USA zeitweilig nicht zu existieren schien, endgültig vorbei sind.

Auf der anderen Seite hatten in den Monaten zuvor die protektionistischen Töne aus dem Kapitol und die Beschränkungen für chinesische Einfuhren in die USA unter den asiatischen Gipfelteilnehmern doch einige Besorgnis ausgelöst. So bedeutete die erste große Asien-Reise Obamas immerhin ein Stück jener Versöhnung Amerikas mit Asien, das von asiatischer Seite erwartet worden war.

Ein echtes Zeichen des Aufbruchs und der Erneuerung wie etwa bei seinen Reden in Kairo und Prag ging von den Begegnungen trotzdem nicht aus. Die zählbaren Resultate seiner einwöchigen Reise, bei der er außer beim APEC-Gipfel in Singapur noch in Japan, China und Südkorea Station machte, waren durchweg mager.

In Japan, der ersten Reisestation, gab es hinsichtlich der Verlegung eines Truppenstandortes innerhalb Okinawas keinen Fortschritt.

Sie haben etwa 11% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 89% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (0.90€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2020

In der April-Ausgabe analysiert der Politikwissenschaftler Ulrich Menzel, wie die Corona-Krise die große Erzählung vom Segen der Globalisierung endgültig entzaubert. Der Ökonom Thomas Piketty widmet sich der Ideologie der Ungleichheit und zeigt: Das Aufstiegsversprechen westlicher Gesellschaften ist nicht länger tragfähig. Der Historiker Yoni Appelbaum erkennt im demographischen Wandel in den USA einen zentralen Treiber für den wachsenden Hass in der amerikanischen Gesellschaft. Der Migrationsforscher Mark Terkessidis geht den kolonialen Wurzeln des Rassismus auf den Grund. Und die Juristin und »Blätter«-Mitherausgeberin Rosemarie Will würdigt die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema