Ausgabe Juli 2010

Die verlorene Gleichheit

Wie Ungleichheit Vertrauen zerstört und die Demokratie gefährdet

 „Von all dem Neuen, das während meines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten meine Aufmerksamkeit auf sich zog, hat mich nichts so lebhaft beeindruckt wie die Gleichheit der gesellschaftlichen Bedingungen. Alsbald wurde mir der erstaunliche Einfluss klar, den diese bedeutende Tatsache auf das Leben der Gesellschaft ausübt.“
Alexis de Tocqueville, Über die Demokratie in Amerika

Im August 2005 traf der Hurrikan Katrina auf die Golfküste im Süden der USA und verwüstete Städte in Mississippi und Louisiana. Die Deiche brachen, 80 Prozent des Stadtgebiets von New Orleans wurden überflutet. Einen Tag vor Eintreffen der Sturmfront war die Evakuierung der Stadt angeordnet worden, aber zu dieser Zeit funktionierte der öffentliche Verkehr schon nicht mehr, es gab kein Benzin, und Mietwagen waren nicht zu bekommen. Für die Menschen, die New Orleans nicht mehr verlassen konnten, richteten die kommunalen Behörden Notlager ein, beispielsweise im Superdome, der riesigen Sportarena, deren Dach der Sturm bereits schwer beschädigt hatte. Dort fanden 26 000 Menschen Zuflucht. Nach offiziellen Angaben forderte der Hurrikan 1836 Todesopfer; 700 Personen galten als vermisst.

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Aktuelle Ausgabe März 2020

In der März-Ausgabe analysieren der Ökonom James K. Galbraith, der »Blätter«-Mitherausgeber Claus Leggewie und der Historiker Paul M. Renfro, wie die US-Demokraten Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl im November schlagen könnten. Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann plädiert für die Wiederaneignung des Nationenbegriffs, den sie nicht den Rechten überlassen möchte. Der Umweltaktivist Bill McKibben setzt auf die Kraft der Sonne und des gewaltfreien Protests, um die Klimakrise noch aufzuhalten. Und die Soziologin Christa Wichterich beobachtet eine neue Welle transnationaler feministischer Bewegungen im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit.

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