Ausgabe Juni 2010

Afrikas Achillesferse

Die in den Industrieländern ausgelöste Finanz- und Wirtschaftskrise trifft die armen Staaten besonders hart. In Afrika dürften die Auswirkungen am nachhaltigsten sein. Dies hängt mit der immer noch kolonial geprägten Rohstoffökonomie und der dadurch bedingten Verletzlichkeit gegenüber weltwirtschaftlichen Entwicklungen zusammen.

Zudem lebt die große Mehrheit der Afrikanerinnen und Afrikaner so nah am Existenzminimum, dass jede wirtschaftliche Verschlechterung unmittelbar ihr Überleben gefährdet.

Die Schätzung der Weltbank, die Krise würde 53 Millionen Afrikaner zusätzlich unter die Armutsschwelle drücken, ist sicher nicht überzogen. Und während das marode Finanzsystem der reichen Länder mit Billionen Dollar gestützt wird und die Banken weiter am Spekulationsrad drehen, wird Afrika der Geldhahn zugedreht: Von den beim G 8-Gipfel von Gleneagles 2005 gemachten Zusagen (21,5 Mrd. US-Dollar bis 2010) waren bis Mitte 2009 gerade mal sieben Mrd. geflossen. Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel erklärt unterdessen frohgemut, Finanzierungszusagen sehe er „sportlich“.

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, prognostizierte Anfang 2009: „Auch wenn es dauerte, bis die Krise Afrika erreichte: Sie kommt, und ihre Folgen werden schwer sein.

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Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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