Ausgabe Juni 2010

Von der Griechenlandkrise zum Euro-Kollaps?

Nach langem Gezerre hat der Bundestag am 7. Mai 2009 die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Notkredite für Griechenland beschlossen. Mit Garantie des Bundes soll die KfW-Bank den Griechen 22,4 Mrd. Euro leihen – im Rahmen einer ersten Tranche des Hilfspaketes der Euro-Partnerstaaten und des Internationalen Währungsfonds (IWF), das Athen über die kommenden drei Jahre insgesamt bis zu 110 Mrd. Euro zur Verfügung stellen könnte. Nur zwei Tage später beschlossen die EU-Finanzminister einen neuen Notfonds mit einem Volumen von insgesamt fast 700 Mrd. Euro, um auch anderen Euro-Staaten unter Druck zur Hilfe kommen zu können. Dabei handelt es sich um das größte Maßnahmenpaket, das in der Geschichte der Europäischen Gemeinschaft je verabschiedet wurde.

Ökonomen rechtfertigen diese Kredite längst nicht mehr nur mit der Gefahr, die von einer Zahlungsunfähigkeit Griechenlands ausginge. Wenn jetzt nichts getan wird, könnten bald auch andere Länder der Eurozone mit großen Staatsdefiziten ähnliche Probleme wie Griechenland bekommen. Und tatsächlich gehen die gegenwärtigen Angriffe aggressiver Finanzmarktakteure weit über einzelne Länder hinaus und richten sich dezidiert gegen die europäische Währung als solche.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema