Ausgabe März 2010

Angola: Fußball, Erdöl, Armut

Der Afrika-Cup begann mit einer Katastrophe: Zwei Tage vor dem Fußballturnier wurde in der angolanischen Exklave Cabinda der Bus der togolesischen Fußballnationalmannschaft mit Maschinengewehren beschossen. Bei diesem Anschlag starben der Pressesprecher und der Assistenztrainer des Teams; der Präsident Togos sagte daraufhin die Teilnahme der Mannschaft an der Kontinentalmeisterschaft ab.

In der Folge überschlugen sich die kritischen Wortmeldungen. Allerdings wurde dabei weniger über Angola und die Anschlagsopfer geredet, als vielmehr über mögliche Gefahren bei der im Juni d.J. in Südafrika stattfindenden Fußball-WM. Offenbar verkannte der hierin zum Ausdruck kommende „koloniale Blick“, wie weit die betroffenen Regionen auseinanderliegen – und wie sehr sich die Situation in beiden Ländern unterscheidet.

Danny Jordaan, Chef des WM-Komitees in Südafrika, wandte sich denn auch vehement gegen die erfolgenden Zuschreibungen: „Als der Krieg im Kosovo war, hat auch keiner gefragt, ob die WM nach Deutschland vergeben werden darf. Und wenn in Europa ein Terroranschlag passiert, stellt auch keiner die Olympischen Spiele in London in Frage. Angola und Südafrika sind zwei verschiedene geographische Regionen, zwei verschiedene Länder. Der Afrika-Cup ist nicht die WM. Und wir können nicht für die Sicherheitsmaßnahmen in Angola verantwortlich gemacht werden.

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